Ukrainische Sprache

- die Muttersprache der ukrainischen Bürger

Zur ostslawischen Sprachgruppe zählt auch die Muttersprache der ukrainischen Bürger. Dazu gehören auch Russisch und Weißrussisch. Da der Begriff "Rus" mit Russland in Verbindung gebracht wurde, gab es im gesamten ostslawischen Territorium regelmäßige Verwechslungen. Oft wurde Ukrainisch als Dialekt beziehungsweise eine Art des Russischen eingeordnet, da es noch andere Sprachbezeichnungen für russisch und Ukrainisch gab.

Die Geschichte der ukrainischen Sprache

Bis ungefähr zum Jahre 1400 gab es für alle Ostslawen das sogenannte Altostslawisch, diese Sprache war in Schrift und Bild ähnlich. Zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert wurde Ruthenisch von den Ahnen der heutigen Weißrussen und Ukrainern gemeinsam verwendet. Aus dem gebräuchlichen Kirchenslawischen entwickelte sich erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die ukrainische Literatur und Schriftsprache. Die Blütezeit der Kultur und Literatursprache gab es 1900, wobei politische und wissenschaftliche Themen eher in den Hintergrund rückten. Beispielsweise Gorgol, ein russischer Schriftsteller mit Ukrainischer Herkunft bevorzugte Russisch. Nach dem Emser Erlass im Jahre 1876 wurden Verbot ukrainischsprachige Publikationen verboten. Man wollte verhinden, dass Zar Alexander II seinen Separatismus durchsetzte. Durch dieses Verbot waren Lesungen, Konzerte, Ausstellungen und wissenschaftliche Publikationen betroffen. Taras Schewtschenko, der bekannteste und einflussreichste ukrainische Dichter im 18.Jahrhundert seiner Zeit wurde aufgrund seiner Gedichte und Texte sogar verbannt. In Ungarn, der Slowakei und der Karpatoukraine war man bereits 1900 bestrebt, eine eigene Schriftsprache ins Leben zu rufen. Zwar glich sie auch den Dialekten in Ungarn, jedoch unterschied sie sich von der üblichen Sprache in der Ukraine. Im 20. Jahrhundert und zwar in den späten Achtzigern haben die Bestrebungen in dieser Hinsicht wieder zugenommen. Die systematische Zusammenfassung der karpato-russinischen Sprache war das Ergebnis. Diese beruht auf einer Grundlage des Dialektes von Zemplin (eine Landschaft in der Slowakei). Die Sprache in einer autonomen Provinz der Republik Serbien ist stärker abweichend, beruht aber ursprünglich auch auf einem ukrainischen Dialekt. 1918 wurde die ukrainische Volksrepublik gegründet und Ukrainisch wurde somit zum ersten Mal zur Staatssprache. In der Sowjetrepublik ebenfalls, wenn auch etwas später. Die ukrainische Sprache war also nicht mehr verboten, aber alle Arbeiten in Wissenschaft und Literatur dominierte die russische Sprache, was auch die Medien betraf. 1991 wurde die Ukraine ein unabhängiger Staat und Ukrainisch wurde zur Amtssprache. Diese historische Entwicklung sorgt bis heute immer noch für vehementen Diskussionsstoff und stellt ein politisch viel diskutiertes Thema dar.